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Masern, Mumps und Röteln

Masern
Masern

Masern

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die mit einer hohen Komplikationsrate verbunden ist. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Gefürchtet sind u.a. Lungenentzündungen und die Masernenzephalitis, eine Gehirnentzündung. Vor allem für Babys ist die Gefahr groß, dass sie Jahre nach einer Masernerkrankung eine besonders schwere Form einer Gehirnentzündung entwickeln, die subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), für die es keine Heilung gibt und die mit dem Tod endet.

Obwohl ein sicherer und kostengünstiger Impfstoff verfügbar ist, gab es 2018 weltweit immer noch mehr als 140.000 Todesfälle durch Masern, hauptsächlich bei Kindern unter fünf Jahren.

2018 war ein Masernrekordjahr in den EU/EEA-Mitgliedstaaten mit etwa 17.822 Fällen. 2019 gab es noch 13.200 Fälle.

Im Jahr 2019 wurden in Österreich insgesamt 151 Masern-Fälle registriert.

Mumps

Mumps ist ebenso sehr ansteckend und verbreitet sich über Virus-belastete Tröpfchen. Eine Infektion führt zu einer Entzündung und zum schmerzhaften Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen. Vor Einführung der Impfung gehörte Mumps zu den häufigsten Ursachen für Taubheit, da die Viren den Hörnerv befallen können. Erkranken Jungen in der Pubertät, besteht die Gefahr, dass sich die Hoden entzünden und sie zeugungsunfähig werden.

2017 kam es in Österreich zu einem Mumpsausbruch, der auch zu einer Mumpsorchitis (Hodenentzündung) führte.

Nach den Angaben der ECDC kam es 2017 zu 13.693 Mumps-Fällen in den EU/EEA-Mitgliedsstaaten. Jugendliche und Erwachsene bis zum mittleren Alter waren im Vergleich zu anderen Altersgruppen besonders betroffen - in Österreich zeigte sich ein ähnliches Bild.

Röteln

Röteln gehören ebenso zu den Viruserkrankungen. Eine Infektion kann unbemerkt verlaufen, aber auch mit kleinen rotfleckigem Hautausschlag einhergehen. Besonders gefürchtet ist eine Rötelinfektion in der Schwangerschaft (bis zur 17. Woche), da sie schwere Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben kann (Taubheit, Linsentrübung, Herzfehler und andere Organdefekte).

2017 gab es in Österreich zwei Rötelnausbrüche, insgesamt wurden 39 Röteln-Erkrankungen dokumentiert. Diese wie auch die Masern- und Mumpsausbrüche zeigen, dass insbesondere in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen die Schutzraten zu niedrig sind und eine bessere Durchimpfung in der Bevölkerung erforderlich ist. 2018 wurden 8 Erkrankungen und 2019 kein Fall gemeldet.

Eine Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln ist kostenlos und sollte in Form einer zweimaligen Dreifachimpfung (MMR) ab dem vollendeten 9. Lebensmonat beginnen – unbedingt vor dem Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung.

Bei einem Ausbruch kann auch früher geimpft werden (ab dem vollendeten 6. Lebensmonat: Erstimpfung mit 6-8 Monaten, 2. Impfung im Alter von 11-14 Monaten, 3. Impfung im Alter von 15-23 Monaten).

Für Patienten mit einer Immunschwäche wird zusätzlich eine serologische Impferfolgskontrolle und bei Bedarf eine dritte Impfung empfohlen - insbesondere wenn ein Masernausbruch vorliegt.

Zeitablauf:

  • ab vollendeten 9. Lebensmonat 1. Impfung (Erstimpfung im 1. Lebensjahr), 2. Impfung 3 Monaten später
  • Erstimpfung nach dem  1. Lebensjahr:  2. Impfung frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von vier Wochen später

Quellen