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Experten: Süßungsmittel sind noch zu wenig erforscht

Laut einer neuen Erklärung der amerikanischen Vereinigung der Kinder- und Jugendärzte, American Academy of Pediatrics (AAP), sollten die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von Süßungsmitteln weiter erforscht werden, insbesondere, wenn diese von Kindern konsumiert werden.

19 Süßungsmittel in Europa zugelassen

In der Europäischen Union (EU) sind 19 Süßungsmittel zugelassen: 8 Zuckeraustauschstoffe (Zuckeralkohole, Polyole, hydrierte Kohlenhydrate – häufig aus Pflanzen gewonnen) und 11 Süßstoffe (starke Süßkraft ohne Kalorien, z.B. Stevia). Für Süßstoffe wurden akzeptable tägliche Aufnahmemengen (Acceptable Daily Intake, ADI, in mg/kg Körpergewicht [KG]) festgelegt (siehe auch ÖGE).

Nutzen umstritten

Manche Forschungsarbeiten lassen einen geringen Nutzen von Zuckerersatzstoffen für Übergewichtige und Diabetiker vermuten, wiederum andere deuten sogar darauf hin, dass kalorienfreie Süßstoffe den normalen Stoffwechsel nachteilig beeinflussen könnten, beschreiben Dr. Carissa Baker-Smith, MD, MPH, von der University of Maryland in Baltimore und ihre Kollegen den derzeitigen Wissensstand.

Mehr Forschung gefordert

Die Forschung sollte sich damit beschäftigen, welche Auswirkungen künstliche Süßstoffe auf den Geschmack, die Neuroentwicklung und die Darmflora haben, wie aus der amerikanischen Grundsatzerklärung hervorgeht, die auf der jährlichen Konferenz der AAP vorgestellt und gleichzeitig in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ veröffentlicht wurde.

"In dieser Erklärung geht es darum, Informationen für Familien bereitzustellen, damit diese die bestmöglichen Entscheidungen für ihre Familien und Kinder treffen können", erklärte Baker-Smith gegenüber MedPageToday. "Wir plädieren wirklich dafür, dass die Industrie angibt, wie viel Süßstoff jedes Produkt enthält", so Baker-Smith.

Quellen: MedpageToday, Pediatrics, ÖGE