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Kinderlähmung (Poliomyelitis)

Kinderlähmung Polio (Poliomyelitis anterior acuta) oder spinale Kinderlähmung - ist eine hoch ansteckende akute Infektionskrankheit mit dem Polio-Virus. Dieses dringt vor allem in die graue Rückenmarksubstanz ein, was zu dauerhaften Lähmungen führen kann. Polioviren kommen weltweit vor, sind in Europa aber so gut wie ausgerottet. Der letzte Poliofall in Österreich wurde 1980 gemeldet, in Deutschland 1990.

Das Risiko, dass Polioviren nach Europa eingeschleppt werden, besteht, solange Polioviren in der Welt zirkuliert. Global ist die Anzahl der Poliofälle seit 1988 mit geschätzten 350.000 Fällen bis 2016 um über 99% auf 37 Fälle und 2017 auf 22 zurückgegangen. Dies ist eine Folge der weltweiten Anstrengungen zur Ausrottung der Krankheit. Dadurch konnten schätzungsweise mehr als 16 Millionen Menschen vor lebenslangen Lähmung bewahrt werden.

Die Impfungen sind kostenfrei. Die Impfserie gegen Kinderlähmung beinhaltet eine dreimalige Sechsfachimpfung (Diphtherie, Wundstarrkrampf [Tetanus], Keuchhusten [Pertussis], Kinderlähmung [Poliomyelitis], Hepatitis B, Haemophilus influenzae B [HiB]). Im 3. und 5. Lebensmonat erfolgen die ersten beiden Sechsfachimpfungen, im 12. (-14.) Lebensmonat die dritte Sechsfachimpfung. Eine Auffrischung sollten Kinder im Schulalter in Form einer einmaligen Vierfachimpfung (Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten, Kinderlähmung) erhalten, d.h. ab dem 7. Lebensjahr, dann ist alle 10 Jahre Auffrischung-Impfung vorgesehen.

Zeitablauf: Grundimmunisierung: 3., 5. u. 12. (-14.) Lebensmonat; Auffrischimpfung: 7. (-9.) Lebensjahr (Kinderlähmung, Diphtherie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten), danach alle 10 Jahre Auffrischung

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