Kinderaerzte-im-Netz.at

Ihre Fachärzte von der Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr

Herausgeber:

Masern, Mumps und Röteln

Masern
Masern

Masern

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die mit einer hohen Komplikationsrate verbunden ist. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Gefürchtet sind u.a. Lungenentzündungen und die Masernenzephalitis, eine Gehirnentzündung. Vor allem für Babys ist die Gefahr groß, dass sie Jahre nach einer Masernerkrankung eine besonders schwere Form einer Gehirnentzündung entwickeln, die subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), für die es keine Heilung gibt und die mit dem Tod endet.

Todesfälle durch Masern gingen weltweit von geschätzten 536.000 im Jahr 2000 auf 142.000 im Jahr 2018 zurück - das entspricht einem Rückgang von um 73%. (WHO)

2018 war jedoch ein Masernrekordjahr in der europäischen Region: etwa 84.462 Erkrankungen und 74 Todesfälle. Doch 2019 gab es noch eine Steigerung mit etwa 102.812 Masern-Erkrankungen (WHO)

Im Jahr 2019 wurden in Österreich insgesamt 151 Masern-Fälle registriert (Stand 15.01.2020). (BMASGK)

Mumps

Mumps ist ebenso sehr ansteckend und verbreitet sich über Virus-belastete Tröpfchen. Eine Infektion führt zu einer Entzündung und zum schmerzhaften Anschwellen der Ohrspeicheldrüsen. Vor Einführung der Impfung gehörte Mumps zu den häufigsten Ursachen für Taubheit, da die Viren den Hörnerv befallen können. Erkranken Jungen in der Pubertät, besteht die Gefahr, dass sich die Hoden entzünden und sie zeugungsunfähig werden.

2017 kam es in Österreich zu einem Mumpsausbruch, der auch zu einer Mumpsorchitis (Hodenentzündung) führte. (BMASGK)

Röteln

Röteln gehören ebenso zu den Viruserkrankungen. Eine Infektion kann unbemerkt verlaufen, aber auch mit kleinen rotfleckigem Hautausschlag einhergehen. Besonders gefürchtet ist eine Rötelinfektion in der Schwangerschaft (bis zur 17. Woche), da sie schwere Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben kann (Taubheit, Linsentrübung, Herzfehler und andere Organdefekte).

2017 gab es in Österreich zwei Rötelnausbrüche, insgesamt wurden 39 Röteln-Erkrankungen dokumentiert. Diese wie auch die Masern- und Mumpsausbrüche zeigen, dass insbesondere in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen die Schutzraten zu niedrig sind und eine bessere Durchimpfung in der Bevölkerung erforderlich ist. (BMASGK)

Eine Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln ist kostenlos und sollte in Form einer zweimaligen Dreifachimpfung (MMR) ab dem vollendeten 9. Lebensmonat beginnen – unbedingt vor dem Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung.

Bei einem Ausbruch kann auch früher geimpft werden (ab dem vollendeten 6. Lebensmonat: Erstimpfung mit 6-8 Monaten, 2. Impfung im Alter von 11-14 Monaten, 3. Impfung im Alter von 15-23 Monaten).

Für Patienten mit einer Immunschwäche wird zusätzlich eine serologische Impferfolgskontrolle und bei Bedarf eine dritte Impfung empfohlen - insbesondere wenn ein Masernausbruch vorliegt.

Zeitablauf:

  • ab vollendeten 9. Lebensmonat 1. Impfung (Erstimpfung im 1. Lebensjahr), 2. Impfung 3 Monaten später
  • Erstimpfung nach dem  1. Lebensjahr:  2. Impfung frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von vier Wochenspäter

Quelle: Impfplan Österreich 2020. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.