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Windpocken, Feuchtblattern (Varizellen)

Windpocken
Windpocken

Windpocken gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten im Kindesalter. In den meisten Fällen verlaufen Windpocken harmlos, doch für Patienten mit einem geschwächten Abwehrsystem und für Neugeborene in den ersten 5 bis 7 Lebenstagen sind sie gefährlich. Auch bei älteren Kindern oder Erwachsenen können Windpocken komplikationsreicher als bei Vorschul- und Grundschulkindern verlaufen. In seltenen Fällen können Infizierte in der Folge eine Gehirn-, Mittelohr-, Lungen- oder Leberentzündung bekommen. Stecken sich ungeschützte Schwangere in der ersten Schwangerschaftshälfte an, besteht für das Ungeborene ein hohes Risiko für Missbildungen. Auch Abgänge oder eine erhöhte Sterblichkeit in den ersten Lebensmonaten drohen durch eine Windpockeninfektion in der Schwangerschaft.

Die Viren verbreiten sich durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Das Hauptansteckungsreservoir für die sehr ansteckenden Varicella-Zoster-Viren sind die flüssigkeitsgefüllten Bläschen, insbesondere, wenn sie platzen. Die Erreger verbreiten sich aber auch beim Sprechen, Husten oder Niesen.

Varizellen-Impfungen gehören nicht zum kostenfreien Impfprogramm. Kinder sollten zwei Impfungen erhalten. Die erste Impfung ist ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, die zweite ist vor Eintritt in eine Gemeinschaftseinrichtung empfohlen. Eine Catch-up-Impfung ist für alle ungeimpften oder seronegativen 9- bis 17-Jährigen sinnvoll.

Bei Kontakt mit Infizierten wird eine Impfung innerhalb von 72 Stunden empfohlen (Postexopsitionsprophylaxe).

Zeitablauf: erste Impfung ab dem vollendeten 1. Lebensjahr, zweite vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtung (Abstand von mindestens 4 Wochen).

Quelle: Impfplan Österreich 2019. Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.