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Blutschwämme (Hämangiome)

© Franziska Krause - Fotolia.com
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Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei Blutschwämmen?

Hämangiome sind angeborene oder kurz nach der Geburt meist im Hautbereich auftretende Gefäß-Sprossungen von rötlich-bläulicher Farbe (auch im Unterhautbereich möglich). Seltener treten Hämangiome an der Oberfläche innerer Körperhöhlen, z.B. im Kehlkopf, auf. Im 1. Lebensjahr kann es zu einem tumorartigen Wachstum über größere Regionen kommen. Dabei werden nicht nur die Hautareale ersetzt, sondern manchmal auch darunter liegende Strukturen, im Gesicht etwa Ohr- oder Nasenknorpel, zerstört. Im Inneren können z.B. die Luftwege eingeengt werden. Regelmäßige Kontrolle und Beobachtung ist daher im 1. Lebensjahr besonders wichtig. Bei deutlichem Wachstum gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten, die spezifisch eingesetzt werden: Laserbehandlung (wachstumshemmend und verkleinert innere Hämangiome), Kältebehandlung (Kryotherapie), Unterspritzung mit hochprozentigen Lösungen, Magnesiumdrahtspickung, vorübergehende Cortisonbehandlung (wachstumshemmend) und in geeigneten Fällen die teilweise oder vollständige chirurgische Entfernung. Im 2. bis 3. Lebensjahr endet das Wachstum und die Größenrückbildung beginnt (Abschluss bis zum 4. bis 6. Lebensjahr). Die verbleibenden Narben sind meist zart (außer bei tiefen Geschwüren). Es benötigt einige Erfahrung, um bei Hämangiomen rechtzeitig zu handeln und die individuell beste Therapie zu wählen - die Universitätsklinik für Kinderchirurgie in Graz bietet kompetente Beratung.

Univ.-Prof. Dr. Michael Höllwarth
Vorstand der Univ-Klinik für Kinderchirurgie in Graz