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Coronapandemie: Bewegung in der Natur hilft gegen „Covid-19-Blues“

Studien kamen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zu dem Ergebnis, dass Bewegung im Freien, insbesondere in der Natur, die Stimmung verbessert und gegen depressive Verstimmungen sowie Angstgefühle helfen kann. Umgekehrt war die häufige Nutzung von Bildschirmmedien (Fernseher, Computer und Handy) und weniger Zeit draußen mit einer schlechteren Stimmung und eher einem Gefühl von Einsamkeit verbunden.

„Outdoor-Aktivitäten, am besten täglich und selbst, wenn sie nur kurz sind, können die seelische Widerstandsfähigkeit von Heranwachsenden stärken und sie vor Umweltstressoren, wie sie die COVID-19-Pandemie mit sich bringt, schützen. Der positive Effekt auf die Gemütslage ist aber vor allem bei Jugendlichen umso größer, je öfter pro Woche Sport und Bewegung im Freien im mittleren bis höheren Anstrengungsbereich im Ausmaß von etwa 60 Minuten pro Tag ausgeübt wird. Im Idealfall verbringen wir aber alle täglich eine Stunde bei Sport im Freien. “, betont Mag. DDr. Werner Schlegel, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und ein Leiter der Arbeitsgruppe Jugend - und Sportmedizin bei der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ).

Bei Outdoor-Aktivitäten schneidet Österreichs Jugend im internationalen Vergleich gut ab

Im internationalen Vergleich „Kinder und Medien in der Covid-19-Krise. Österreich im internationalen Vergleich“ waren österreichische Heranwachsende während des ersten Lockdowns weniger besorgt und bewegten sich häufiger in der Natur. Die Zunahme der Mediennutzung war nicht so stark ausgeprägt wie in anderen Ländern. Denn Kinder (9-13 Jahre) nutzten laut eigenen Angaben Medien in der Krise seltener als in anderen Ländern zur Stimmungsregulierung. „Experten vermuten, dass der positive Einfluss von Sport und Bewegung auf der dadurch gesteigerten Ausschüttung der ‚Glückshormone‘ Serotonin und Endorphin beruht, die antidepressiv und schmerzlindernd wirken. Körperliche Aktivität hat auch einen Einfluss auf die Cortisolregulation, indem der Körper nicht so schnell gestresst reagiert und weniger von dem Stresshormon Cortisol produziert, das unter anderem auch als Stresshormon wirken kann. Damit schützt regelmäßige Bewegung im Freien u.a. vor Schlaf- und Konzentrationsstörungen, die auftreten können, wenn der Cortisolspiegel längerfristig erhöht ist.“, erklärt Mag. DDr. Werner Schlegel, der auch diplomierter Sportarzt (Diplom für Sportmedizin der Österreichischen Ärztekammer) ist und ein Diplom für Medizinische Trainingslehre hat. Bewegung im Grünen verstärkt anscheinend den stresslindernden und stimmungsaufhellenden Effekt des Sports. Untersuchungen wiesen bei Kindern, die sich im Grünen aufhielten, ebenso eine bessere Stressregulation, eine größere Lebenszufriedenheit, mehr Selbstbewusstsein und eine verringerte Ängstlichkeit nach, wenn sie mit Kindern verglichen wurden, die sich mehr in Innenräumen aufhielten, weniger bewegten und sich zum Teil viel mit Bildschirmmedien beschäftigten.

Quellen: Medienimpulse, Int J Behav Nutr Phys Act (1, 2), Int. J. Environ. Res. Public Health, J Happiness Stud.,
ScienceDaily/Anglia Ruskin University
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Dies ist eine Pressemeldung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.kinderaerzte-im-netz.at. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des ÖGKJ-Elternportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.