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Covid-19: Immune Angehörige sind der beste Schutz für gefährdete Familienmitglieder

Eine umfangreiche schwedische Studie belegt, dass Impfungen eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um den Schutz von Familienmitgliedern geht, die z.B. aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Schon bei einem Haushaltsmitglied, das geimpft oder immun gegen Covid-19 ist, reduziert sich das Erkrankungsrisiko der andern um 45 bis 61%.

Insgesamt wurden 1.789.728 Personen aus 814.806 Familien in die o.a. schwedische Studie mit einbezogen. Die häufigste Familienkonstellation war eine 2-köpfige Familie ohne Immunität (n = 1.081.408). Am seltensten waren Familien mit 5 Mitgliedern, von denen 4 (durch frühere Infektion oder Impfung) Angehörige immun waren (n = 735). Das relative Risiko einer Ansteckung war besonders gering (3 bis 5%) für das letzte nicht geschützte Mitglied bei größeren Familien, wenn die restlichen Familienmitglieder alle immun waren (sei es durch Impfung oder Erkrankung).
Ausgewertet wurden COVID-19-Infektionen bei nicht-immunen Familienmitgliedern im Zeitraum vom 15. April bis 26. Mai 2021.

Insbesondere übergewichtige Kinder, junge Diabetiker und Kinder mit neurologischen Erkrankungen haben erhöhtes Risiko

Insgesamt sind Kinder zwar deutlich weniger gefährdet zu erkranken bzw. schwer zu erkranken als Erwachsene, aber es gibt doch Kinder, die aufgrund von Grunderkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben und von denen viele aufgrund ihres Alters bisher noch keinen Anspruch auf eine Impfung gegen COVID-19 haben. Eine amerikanische Untersuchung hat gezeigt, dass Kinder älter als 4 Jahre und Jugendliche mit starkem Übergewicht, Diabetes Typ 2, Asthma, Herzkreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen, Immunschwäche oder neurologischen Erkrankungen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung mit größerer Wahrscheinlichkeit stationär aufgenommen wurden als Kinder und Jugendliche ohne diese Grunderkrankungen. Ältere Kinder und Jugendliche mussten zwar insgesamt seltener ins Krankenhaus, aber wenn sie stationär aufgenommen wurden, zeigten sie häufig einen schwereren Verlauf.

Quellen: J Hosp Med., JAMA Intern Med. ScienceDaily, Vanderbilt University, MedpageToday