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Junk-Food beeinträchtigt auf Dauer Fähigkeit, die Essensaufnahme zu kontrollieren

Wer viel Junk-Food isst, der kann die Fähigkeit verlieren, die Menge an Junk-Food zu kontrollieren, die er aufnimmt. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam aufgrund der Beobachtung von Studienteilnehmern, die sich eine Woche lang mit Junk-Food ernährten, im Vergleich zu Probanden, die sich wie gewohnt in dieser Zeit weiter gesund ernährten.

© Andrey Armyagov - Fotolia.com

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Ein Forscherteam aus Australien, den USA und Großbritannien hat herausgefunden, dass der Verzehr von Junk-Food die Fähigkeit des Hippocampus verändern kann, die Aufnahme von Junk-Food einzuschränken. Der Hippocampus im Gehirn ist die Schnittstelle zwischen Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Dort fließen auch alle Informationen der verschiedenen sensorischen Systeme zusammen, wie das Schmecken, Sehen, Hören, Riechen und Fühlen.
In ihrem in der Zeitschrift „Royal Society Open Science“ veröffentlichten Artikel beschreibt die Gruppe von Wissenschaftlern ihre Beobachtungen bei Freiwilligen in Zusammenhang mit Junk-Food und was sie daraus gelernt haben.

Der größte Teil der westlichen Welt weiß von den Gefahren des Verzehrs von Junk-Food - er führt zu übermäßigem Essen, Fettleibigkeit und einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen. Aber Wissenschaftler versuchen immer noch herauszufinden, warum es Menschen so schwerfällt, auf Junk-Food zu verzichten. Bei dieser neuen Untersuchung haben die Forscher 110 Freiwillige Anfang 20 angeworben, die sich in der Vergangenheit gesund ernährt hatten, um zu erfahren, was nach einer Woche Junk-Food-Konsum mit dem Körper passiert.

Die Hälfte der Freiwilligen aß wie gewohnt eine Woche lang, die andere Hälfte konsumierte Junk-Food - insbesondere fettreiche, kohlenhydrat- und zuckerreiche Mahlzeiten. Nach Ablauf der Woche wurden alle Freiwilligen eingeladen, gemeinsam in einem Labor zu frühstücken. Jeder der Freiwilligen absolvierte vor und nach dem Essen einen Gedächtnistest und sollte beschreiben, wie sehr er die Mahlzeit in der vergangenen Versuchswoche genossen hatte.

Die Gedächtnistests ergaben niedrigere Werte für die Freiwilligen, nachdem sie eine Woche lang Junk-Food gegessen hatten. Noch wichtiger war jedoch die Beobachtung, dass bei diesen Teilnehmern sich direkt nach dem Verzehr einer einzigen Junk-Food-Mahlzeit bereits eine Beeinträchtigung ihres Hippocampus zeigte. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Hippocampus eine Rolle bei der Regulierung des Essens spielt - aber nachdem ein Proband einen Teller mit belgischen Waffeln gegessen hatte, „versagte“ der Hippocampus. Teilnehmer der Junk-Food-Gruppe wurden „fresssüchtig“ und stopften das Essen in sich hinein. Sie neigten bei Junk-Food zur „Völlerei“. Und nach einer Woche mit Junk-Food-Mahlzeiten erinnerten sich die Freiwilligen an die Freuden dieser Art von Ernährung, während andere Lebensmittel weniger schmackhaft in Erinnerung blieben. Am Ende fiel es diesen Teilnehmern auch schwer, auf Junk-Food zu verzichten.

Quelle: medicalXpress, Royal Society Open Science