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Regelmäßiger Schulbesuch mit wenig Fehlzeiten hat positiven Einfluss auf Gesundheit

Amerikanische Kinder- und Jugendärzte betonen in einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Pediatrics“, wie wichtig es ist, die Fehlzeiten der Kinder in der Schule zu reduzieren, um die langfristige Gesundheit der Heranwachsenden zu verbessern.

© contrastwerkstatt - Fotolia.com

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Kinder, die in der Schule häufig fehlen, sei es entschuldigt oder nicht, haben ein höheres Risiko für eine schlechte Ausbildung und auch längerfristig für eine schlechte Gesundheit. Davor warnt die American Academy of Pediatrics (AAP), eine Vereinigung von amerikanischen Pädiatern, in einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift „Pediatrics“ im Februar 2019 mit dem Titel „Link Between School Attendance and Good Health“ („Zusammenhang zwischen regelmäßigem Schulbesuch und guter Gesundheit“). Deshalb sollte ihrer Meinung nach der regelmäßige Schulbesuch als Beitrag zur Gesundheitsvorsorge gefördert werden.

Die AAP berichtet, dass wiederholte Fehlzeiten, mit denen Kinder oft schon im Vorschul- und Kindergartenalter beginnen, mit schlechten Bildungsaussichten und ungünstigem Gesundheitsverhalten in Verbindung gebracht werden. Studien zeigen, dass häufige Fehlzeiten, sei es durch entschuldigte Abwesenheiten oder weil das Kind die Schule schwänzt, dazu führen, dass Schüler meist schlechtere Leistungen bringen und mit höherer Wahrscheinlichkeit ihre Ausbildung abbrechen. Dies wiederum ist häufig ein Risiko für ungesunde Verhaltensweisen im Teenager- und Erwachsenenalter.

"Schulabwesenheiten können sich schnell summieren", erklärte Dr. Mandy Allison, Hauptautorin der Grundsatzerklärung und Mitglied des Council of School der AAP. Erkundigen sich Kinder- und Jugendärzte nach der Teilnahme am Unterricht und den Fehlzeiten, die als Risikofaktor für die Gesundheit betrachtet werden können, kann das das weitere Leben eines jungen Patienten u.U. stark beeinflussen, so ihre Überzeugung.

Häufige, vermeidbare Ursachen für Fehlzeiten in der Schule reichen von Krankheiten wie Influenza bis zu ungenügend behandelten chronischen Erkrankungen wie Asthma. Andere mögliche Ursachen, die zu Fehlzeiten führen können, sind instabile Familienverhältnisse, Schwierigkeiten zur Schule befördert zu werden bzw. auf dem Schulweg, Misshandlungen, häusliche Gewalt und dass Kinder jüngere Familienmitglieder betreuen müssen.

Häufige Fehlzeiten sind mit Gesundheitsrisiken wie Rauchen und Substanzmissbrauch verbunden. Geringe Anwesenheit im Unterricht und ein schlechter Schulabschluss haben jedoch auch subtilere Auswirkungen auf die Gesundheit. Erwachsene mit geringerer Bildung sind zum Beispiel häufiger arbeitslos und haben oft das Gefühl, ihr Leben nicht unter Kontrolle zu haben und keine soziale Unterstützung zu bekommen. Dies kann Betroffene anfälliger gegenüber psychischen und physischen Belastungen machen, was in Depressionen und einer verminderten Funktion des Immunsystems resultiert.

In dem amerikanischen Bericht werden bewährte Maßnahmen zur Verringerung der Fehlzeiten in der Schule hervorgehoben, wie wiederholtes Händewaschen, Impfprogramme gegen Influenza in Schulen, Schulkrankenschwestern und Psychologen sowie medizinische, zahnmedizinische Dienste sowie eine Ernährungsberatung vor Ort.

Die Förderung regelmäßiger Schulbesuche mit möglichst wenig Fehlzeiten sei einfach eine „gute Medizin“, lautet das Fazit von Dr. Elliott Attisha, Mitautor der Grundsatzerklärung und Mitglied des AAP Council on School Health.

Quelle: HealthChildren.org, Pediatrics