„Dies ist bedeutsam, weil sich bei einem Teil der Kinder die Beschwerden deutlich bessern und möglicherweise eine weiterführende spezialisierte Abklärung – z. B. im Schlaflabor – oder eine Operation vermieden werden kann. Eine operative Mandelentfernung – ganz oder teilweise – kann bei schlafbezogenen Atmungsstörungen helfen, birgt aber Risiken wie Nachblutungen und die Belastung durch eine Vollnarkose. Wenn ein Teil dieser Kinder erfolgreich mit einem einfachen Salzwasserspray behandelt werden kann, lässt sich die Belastung für das Kind und seine Familie deutlich reduzieren“, erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Reinhold Kerbl, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ).
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass viele Kinder zunächst diese einfache, kostengünstige Option ausprobieren könnten. Die Gabe eines Kortikosteroid-Nasensprays war der australischen Untersuchung zufolge nicht wirksamer als das salzhaltige Nasenspray.Schlafbezogene Atmungsstörungen bei Kindern umfassen ein Spektrum unterschiedlicher Schweregrade, das von leichtem Schnarchen bis hin zur obstruktiven Schlafapnoe (OSA) mit Atemaussetzern reicht. Schnarchen tritt bei vielen Kindern mit schlafbezogenen Atmungsstörungen bzw. obstruktiver Schlafapnoe auf. Schätzungsweise schnarchen bis zu 12 % der Kinder regelmäßig, und bis zu 6 % leiden an einer obstruktiven Schlafapnoe. Am häufigsten betroffen sind Kinder im Alter zwischen 2 und 8 Jahren.
Nächtliche Atemstörungen beeinträchtigen die Lebensqualität und die Gesundheit von Kindern
Zu den möglichen Symptomen von nächtlichen Atemstörungen gehören neben lautem Schnarchen auch Atempausen, unruhiger Schlaf, nächtliche Sauerstoffabfälle sowie eine erhöhte Kohlendioxidkonzentration im Blut. Dies kann zu wiederholtem nächtlichem Aufwachen und einer gestörten Schlafstruktur führen. Unbehandelt können schlafbezogene Atmungsstörungen bei Kindern Tagesmüdigkeit, Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsprobleme sowie in schweren Fällen auch zu Wachstums- oder Herz-Kreislauf-Problemen (z.B. Bluthochdruck, rechts- und linksventrikuläre Funktionsstörungen sowie Cor pulmonale) führen.
Die Behandlungsoptionen reichen je nach Schweregrad von abwartendem Beobachten über medikamentöse Therapien bis hin zu operativen Maßnahmen wie der Adenotonsillektomie (operative Entfernung der Rachenmandel und der Gaumenmandeln) oder Tonsillotomie (teilweise Entfernung bzw. Verkleinerung der Gaumenmandeln). „Auch Gewichtsreduktion, die Vermeidung von Allergenen und die Behandlung einer allergischen Rhinitis bzw. von Heuschnupfen können bei manchen Kindern sinnvoll sein“, so Prim. Univ. Prof. Dr. Reinhold Kerbl, der die Kinder- und Jugendabteilung am LKH Hochsteiermark in Leoben leitet. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Kinderärztin bzw. dem Kinderarzt zu, die bzw. der die Beschwerden frühzeitig einordnet, bei Bedarf eine weitere Abklärung einleitet und gemeinsam mit den Eltern die passende Therapie auswählt.
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