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Übergewicht vorbeugen: Neben gesunder Ernährung und Bewegung spielt Schlaf eine wichtige Rolle

Eine britische Übersichtsstudie der Universität von Warwick bestätigt, worauf andere Studien bereits hingewiesen haben: Chronischer Schlafmangel trägt bei Kindern und Jugendlichen vermutlich zu Übergewicht bei. Dieses Ergebnis beruht auf der Auswertung der Daten von 42 Studien, an der fast 750.500 Minderjährige teilgenommen hatten.

„Kurzschläfer“ haben demnach insgesamt ein 58%-ig höheres Risiko, Übergewicht zu entwickeln. Säuglinge im Alter von 4 bis 11 Monaten sollten zwischen 12 und 15 Stunden und Ein- bis Zweijährige 11 bis 14 Stunden schlafen. Drei- bis Fünfjährige brauchen etwa 10 bis 13 Stunden Schlaf. Schulkinder zwischen 6 und 13 Jahren sollten zwischen 9 und 11 Stunden und Teenager von 14 bis 17 Jahren sollten 8 bis 10 Stunden Nachtruhe bekommen.

Da Schlafmangel das appetitanregende Ghrelin fördert und dessen Gegenspieler Leptin hemmt, kann er wahrscheinlich längerfristig Übergewicht fördern. Außerdem haben müde Kinder weniger Lust, sich zu bewegen, und eher das Bedürfnis, kalorienreich zu essen. Um gesunden Schlaf zu fördern, ist es auch wichtig, regelmäßige Zubettgehzeiten zu pflegen und Mediengeräte mit hellem Bildschirmlicht aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Idealerweise sind Kinder eine Stunde vor dem Schlafen keinem grellem Licht mehr ausgesetzt. Die innere Uhr richtet sich nach dem Licht. Kinder besitzen größere Pupillen und ihre Linsen sind transparenter, sodass sie empfindlicher reagieren. Nächtliches Licht unterdrückt die Bildung des schlaffördernden Hormons Melatonin und erschwert das Einschlafen.

Quelle: Sleep, University of Warwick, Epidemiol Community Health