Die Veränderungen treten vor allem im Bereich des Nackens, der Achselhöhlen und der Leistenbeugen auf. Sie werden zunehmend bei Kindern und Jugendlichen mit starkem Übergewicht beobachtet. Auch Ellenbogen, Fingerknöchel oder Knie können betroffen sein; in seltenen Fällen treten die Hautveränderungen im Gesicht auf.
„Die Hautverdickungen und -verfärbungen sind in der Regel harmlos. Dennoch sollten sie kinder- und jugendärztlich abgeklärt werden, um der möglichen Ursache auf den Grund zu gehen. Insbesondere bei übergewichtigen Kindern können diese Hautveränderungen auf eine Störung des Zuckerstoffwechsels hinweisen und einer späteren Diabeteserkrankung vorausgehen“, warnt Assoz.Prof. PD Dr. Sabine Hofer, Fachärztin für Pädiatrie, für pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie und Expertin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ).
Bei helleren Hauttypen zeigt sich Acanthosis nigricans im Frühstadium häufig als gelblich-bräunliche bis rötliche Verfärbung. Im weiteren Verlauf verdickt sich die Haut, die Hautlinien treten deutlicher hervor und die betroffenen Areale können eine leicht höckerige oder warzenartige Oberfläche entwickeln.
Warnzeichen im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren beurteilen
Acanthosis nigricans sollte immer im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren beurteilt werden. Nicht jedes Kind mit diesen Hautveränderungen entwickelt einen Diabetes. In seltenen Fällen können auch Medikamente oder andere Erkrankungen die Ursache sein.
Ein erhöhter Fettanteil im Bauchraum sowie ein ungünstiges Taille-Hüft-Verhältnis bei übergewichtigen Jugendlichen mit Acanthosis nigricans sind jedoch Ausdruck einer Insulinresistenz und mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselstörungen verbunden.
Erhebungen zeigen, dass Typ-2-Diabetes längst keine Erkrankung mehr ist, die ausschließlich Erwachsene betrifft. Die Zahl der Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen nimmt zu, was vor allem mit dem Anstieg von Übergewicht und Adipositas in dieser Altersgruppe zusammenhängt. Seit Ende der 1990er-Jahre hat sich die Häufigkeit des Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen in Österreich etwa verdoppelt.
„Während der Pubertät kommt es durch hormonelle Veränderungen bei allen Jugendlichen zu einer vorübergehenden Zunahme der Insulinresistenz. Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ist die Insulinresistenz deutlich stärker ausgeprägt und erhöht das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zusätzlich. Typ-2-Diabetes war bei österreichischen Kindern und Jugendlichen früher sehr selten, betrifft heute jedoch zunehmend Heranwachsende. Daher müssen Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht sowie zur Früherkennung von Stoffwechselstörungen noch vor Eintritt in die Pubertät gesetzt werden“, betont Assoz.Prof. PD Dr. Hofer, 2. Stellvertretende Direktorin im Department für Kinder- und Jugendheilkunde, Pädiatrie I, der Medizinischen Universität Innsbruck.
Jugendliche mit Typ-2-Diabetes entwickeln häufig früher Folgeerkrankungen als Gleichaltrige mit Typ-1-Diabetes und vergleichbarer Krankheitsdauer. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen, treten oft bereits kurz nach der Diagnose Typ 2 Diabetes auf.
Typ-1- und Typ-2-Diabetes unterscheiden sich
Während bei Typ-1-Diabetes die Insulinproduktion aufgrund einer Autoimmunreaktion weitgehend ausfällt, ist Typ-2-Diabetes vor allem durch eine verminderte Wirkung des vorhandenen Insulins gekennzeichnet. Im Kindes- und Jugendalter ist Typ-1-Diabetes weiterhin die häufigste Diabetesform, während Typ-2-Diabetes vor allem bei Jugendlichen mit Übergewicht auftritt.
Weltweit wird erwartet, dass Diabetes bis 2050 zu den führenden Ursachen für Krankheit, Behinderung und vorzeitigen Tod zählen wird. Diabetes ist unter anderem eine wichtige Ursache für Augen-, Nieren- und Nervenerkrankungen sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
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