Bei Kindern können vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln (Tonsillen / Adenoide) den Schlaf stören, weil sie die Atemwege verengen oder blockieren. Die Folgen können u.a. Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme sein. Basir S. Mansoor vom UT Southwestern Medical Center in Dallas und seine Kolleg*innen untersuchten die Auswirkungen der Adenotonsillektomie auf die Schlafqualität und Atemstörungen während des Schlafens bei 233 Kindern (Durchschnittsalter 6,85 Jahre) mit schwerer und sehr schwerer obstruktiver Schlafapnoe (78% schwer), d.h. wiederholte Atemaussetzer oder starke Atemfluss-Störungen während des Schlafs.
Die Forscher*innen stellten fest, dass die Adenotonsillektomie eine deutliche Verringerung der Probleme bewirkte. Der mittleren Apnoe-Hypopnoe-Index sank von 23,51 auf 6,25. Der Index beschreibt, wie oft pro Stunde Schlaf die Atmung gestört ist. 23% der Proband*innen litten weiterhin unter schwerer obstruktiver Schlafapnoe.
Im Vergleich zu den Kindern ohne persistierende schwere OSA nach der Operation wiesen diese 23% Patient*innen eine signifikant kürzere Gesamtschlafzeit (350,54 vs. 413,73 Minuten), weniger Tiefschlaf (89,54 vs. 109,63 Minuten), weniger „Traumschlaf“ (Rapid Eye Movement - REM-Schlaf) (69,56 vs. 91,43 Minuten) und mehr Schlafunterbrechungen auf.
„Obwohl die Adenotonsillektomie bei den meisten Patient*innen wirksam ist, litten 23% unserer Teilnehmer*innen postoperativ weiterhin unter schwerer obstruktiver Schlafapnoe“, schreiben die Autor*innen. „Diese Ergebnisse legen nahe, dass bestimmte Patient*innen eine intensivere postoperative Überwachung oder zusätzliche Interventionen über die Adenotonsillektomie hinaus benötigen.“
Da keine Kontrollgruppe untersucht wurde und Langzeitdaten fehlen, lässt sich nicht beurteilen, wie viele Kinder sich auch ohne Operation verbessert hätten.
Quellen: HealthDay, Laryngoscope
