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Zukünftige Versorgung mit Kinder- und Jugendärzten gefährdet

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) warnt davor, dass es in Zukunft zu Versorgungsengpässen bei den niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten kommen könnte.

© Kzenon - Fotolia.com

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Viele junge Ärzte ziehen die Arbeitsbedingungen in den Kliniken vor, da sie dort kein Unternehmensrisiko tragen müssen, eher geregelte Arbeitszeiten haben und eine feste Bezahlung erwarten können, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. R. Kerbl von der ÖGKJ in einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift „Pädiatrie & Pädologie“, warum immer mehr Kinder- und Jugendärzte in den Praxen fehlen. Manche Bundesländer haben bereits Probleme, Nachfolger für Praxen zu finden. Etwa 10% der offenen Planstellen können nicht besetzt werden.

Zudem können niedergelassene noch keine attraktiven neuen Modelle einer Zusammenarbeit von mehreren Pädiatern in Form einer Gemeinschaftspraxis oder eines medizinischen Zentrums in eigener Regie nutzen (Allgemeinmediziner können dies). Darüber hinaus werden in den kommenden Jahren aufgrund ihres Alters mehr Pädiater in Pension gehen - während nicht genügend medizinischer Nachwuchs ausgebildet wird.

Die Arbeitszeitverkürzung in den Kliniken hat nicht nur positive Folgen: Die dadurch entstehenden Lücken in der Patientenversorgung konnten bisher nicht zufriedenstellen gestopft werden.

Neuerung der Inhalte des Mutter-Kind-Passes

Ein Expertengremium aus etwa 25 Personen überarbeitet seit 2014 die Inhalte des Mutter-Kind-Passes. Die Umsetzung dieser Arbeit ist frühestens 2019 zu erwarten. Zwar sind diese Neuerungen positiv zu bewerten, doch verdienen niedergelassene Pädiater reell immer weniger. Denn die Bezahlung der Vorsorgeuntersuchungen wurde seit 23 Jahren nicht ausreichend an die aktuelle Preissteigerung und die Mehrleistung der Ärzte angepasst.

Sechs Standorte für Rehabilitationseinrichtungen für Kinder

Ein großer Erfolg für die ÖGKJ ist, dass nun nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche in speziellen Einrichtungen eine Rehamaßnahme erhalten können. Es sollen in den nächsten Jahren an 6 Standorten 343 Betten für Kinder- und Jugendlichenrehabilitation zur Verfügung stehen. Diese müssen aber ebenso mit entsprechendem Fachkräften versorgt werden.

Quelle: Pädiatrie & Pädiologie, News.at

(Bild: © Kzenon - Fotolia.com)